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Honig von der Pumpstation

Die STADTIMKEREI finger beteiligt sich mit einem Bienenstand im Autobahnkreuz Kaiserberg an der RUHR 2010 – Kulturhauptstadt Europas und dem Ausstellungsprojekts „B1| A40 DIE SCHÖNHEIT DER GROSSEN STRASSE“ des Kurators Markus Ambach.

Direkt an der A 40, die durch die unbekannte Mitte des Ruhrgebiets führt und eine der meist befahrenen Autobahnen Deutschlands ist, stand vom 12. Juni bis zum 08. August 2010 auf dem Dach einer Pumpstation ein um ein Vielfaches vergrößerter „Bienenkorb“, der an die traditionelle Korbimkerei erinnerte.

Die 4 Meter hohe Skulptur bestand aus einem Stahlgerüst, um das gelbes Drainagerohr gewickelt wurde, wie es von Baustellen bekannt ist. Nachts leuchtete der Bienenkorb, so dass er als Landmarke bereits aus großer Entfernung und auch bei schnellem Vorbeifahren wahrgenommen werden konnte. In Kooperation mit dem Duisburger Imker Sven Schwanbeck, richtete die STADTIMKEREI finger neben dem Bienenkorb einen Bienenstand ein, der den Honig aus der Pumpstation erzeugte.

In Ballungsgebieten wie diesen finden die Bienen bereits in einem Flugkreis von wenigen Kilometern ein vielfältiges und ausreichendes Nahrungsangebot. Damit sind die Lebensbedingungen in Städten und Ballungsräumen oft besser als in ländlichen Bereichen, die von Monokulturen und industrieller Landwirtschaft geprägt sind.

Allerdings müssen Imker und ihre Kundschaft beim Stadt- oder auch „Autobahn“-Honig auf sortenreine Ernte verzichten. Stattdessen ergibt die immense Vielfalt an unterschiedlichsten angeflogenen Blüten häufig eine aromatische Delikatesse, die unnachahmlich von den lokalen Trachten geprägt ist.

Um zu untersuchen und darzustellen, wie sich die Vielfalt an Trachtpflanzen in dieser Region zusammensetzt und welche Blütenanteile dabei den Honig charakterisieren, wurde der erzeugte Honig im Bieneninstitut Celle einer quantitativen und qualitativen Honiganalyse unterzogen.

Einen ersten Eindruck vermittelte die grafische Umsetzung der Honiganalyse in der temporär angesiedelten “beebox-Pumpstation” im Rhein-Ruhrzentrum Mühlheim. Die Mengenverhältnisse der unterschiedlichen Blüten werden hier anhand verscheidener Blütensymbole sichtbar gemacht. So spiegelt eine bunte Blütentapete genau die Zusammensetzung des Honigs wieder: Dem Löwenanteil gelber Rapsblüten stehen eine bunte Vielfalt von Majoran, Erdbeere, Maiglöckchen, Glockenblume, Erika oder Efeu gegenüber.

Besucher konnten sich täglich im Einkaufszentrum über drei verschiedenen Honige informieren, sie probieren und erwerben:

  • “Honig von der Pumpstation” aus der Imkerei Sven Schwanbeck vom Dach der Pumpstation auf dem Autobahnkreuz Kaiserberg
  • Eine Mischung von Honigen lokaler Imker aus dem Flugkreis um das Autobahnkreuz Kaiserberg
  • Cuvée „Rhein-Ruhr-Zentrum“, eine Mischung von im Rhein-Ruhr-Zentrum erworbenen Honigen aus aller Welt.

Ein Ziel dieser Honigpräsentation war es die Besucher des Einkaufzentrums über die Zusammensetzung, Qualität und gesundheitlichen Mehrwert der angebotenen Honige aufzuklären. Die Honiganalyse des Cuvées „Rhein-Ruhr-Zentrum“ ergab, dass die meisten der enthaltenen Trachtpflanzen und Honigspender aus Süd- und Mittelamerika sowie aus Südeuropa stammten – was Auswirkungen auf Geschmack und Qualität hatte. Salopp gesagt war die Mischung „babbig und süß“.

Die „zusammengekaufte“ Mischung bestimmte auch den Preis aller drei angebotenen Honige. Der mittlere Preis der gekauften Honige lag bei 3,30 Euro für 250 Gramm. Zum selben Preis konnten sich Kunden nun auch für ein Glas selben Inhalts von der Pumpstation entscheiden – mit der typischen ortspezifischen Flora.

Schadstoffe waren zwar erwartet, aber praktisch nicht nachgewiesen worden. Eine frühere Analyse eines Honigs aus der Innenstadt von Hildesheim beispielsweise ergab keine nachweisbaren Mengen an Cadmium und Blei. Alle untersuchten Honige, einschließlich des Honigs von der Pumpstation, entsprachen der strengen Verordnung des deutschen Imkerbunds.

Der japanische Baukonzern Kajima setzt auf Stadtbienen. Das berichtet das internationale Lifestyle-Magazin Monocle in der Ausgabe Juli/August 2010. Der englische Bericht ist nur für Abonennten zugänglich, wir fassen den Artikel in Deutsch zusammen.

Kajima ist einer der führenden Baukonzerne Japans. In Deutschland ist er durch den Bau der Bahnzentrale “BahnTower” am Potsdamer Platz in Berlin bekannt. In Frankfurt hält er eine Minderheitenbeteiligung am Messeturm. Seit 2005 widmet sich eine Abteilung Biodiversität dem Umweltschutz. Nach dem Motto “Tue Gutes und rede darüber” werden diese Aktivitäten in den Dienst des Marketing gestellt.

Yoriyuki Yamada, 42, leitet die Abteilung Biodiversität und stellte im Mai 2009 die ersten Bienenstöcke bei Kajima in Tokio auf. Dank kommunaler Auflagen, die Grünanlagen bei Neubauten vorschreiben, finden die Bienen genug Blüten, nichtzuletzt auf Dachgärten. Auch in der Stadt Nagoya stehen auf dem Dach des 12. Stocks der Kajima-Niederlassung Bienenstöcke.

Yamada geht es dabei nicht in erster Linie um den Honig. Er sieht die Bienen im größeren Zusammenhang von Dachgärten mit Nutzpflanzen. So sieht der Biodiversitätsplan der Firma kleine Reisfelder, Gemüsebeete und eben Bienenstöcke auf Stadtdächern vor.

Der Baukonzern will mit solchen Dachgärten Klimaeffekten wie den städtischen “Wärmeinseln” vorbeugen. In solchen Wärmeinseln heizen sich Städte vor allem im Sommer stark auf, aufgrund der dichten Bebauung und der eingeschränkten Lufzirkulation.

Im Kurpark Bad Homburg stürzte eine Eiche um und machte damit einen Bienenschwarm obdachlos. Das berichtete die Frankfurter Neue Presse am 29. Juni.

Bei der Zerlegung des umgestürzten Baums schwärmten die Bienen, die Arbeiten mussten unterbrochen werden, bis ein Imker zuerst die Königin und dann den Schwarm eingefangen hatte.

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Bienen bei Cranach

Auch in Brüssel gibt es Stadtbienen im Museum, und zwar in der königlichen Gemäldesammlung – gemalt:

Lucas Cranach d.Ä., Venus und Amor, Letzterer mit Bienen auf Kopf, Schulter und Arm, in der Linken Waben haltend.

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Bienensterben auf arte

Arte zeigt eine 90-Minuten-Doku über das Bienensterben als Erstausstrahlung:

  • Am 18. Mai um 20:15
  • Am 20. Mai um 14:45 als Wiederholung

Mehr über den Film steht auf der arte-Website.

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Bienen im Botanischen Garten

Prof. Christian Winter führt zweimal durch den Botanischen Garten der Goethe-Uni zum Thema Bienen, am 15. Mai und 12. Juni, jeweils samstags um 14:00.

Der Botanische Garten im nordwestlichen Teil des Grüneburgparks ist erreichbar über das Ende der Siesmayer Straße, z.B. mit dem Bus 36.

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Bienensterben im Radio

Das Deutschlandradio Kultur sendet im Mai zweimal ein Feature unter dem Titel Warenkunde: Bienengifte – Das weltweite Phänomen des Colony Collapse Disorder, am 12. und am 31. Mai, jeweils von 0:05 bis 1:00 Uhr.

Aus der Ankündigung:

Die halbe Welt ist betroffen vom “Colony Collapse Disorder”, dem “Bienensterben”: Im Frühjahr verlassen die erwachsenen Bienen den Stock, die Brut bleibt ohne Nahrung zurück und das Volk stirbt ab. Doch was sind die Ursachen?

Am Samstag, den 1. Mai, bleibt die beebox wegen der Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit geschlossen. Das Honigfrühstück fällt aus.

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Führung auf dem MMK

Etwas 600.000 Bienen – von den Künstlern Andreas Wolf und Florian Haas liebevoll gehegt und gepflegt – schwärmen auch dieses Jahr wieder vom Dach des MMK aus, um Pollen für den Frankfurter Musuemshonig zu sammeln. Die Stadtimkerei erprobt die Idee einer evolutionären Zelle und vereint imkerliche Arbeit mit künstlerischer Produktion.

Am 05. und 19. Mai sowie am 02., 16. und 23. Juni, jeweils mittwochs um 19 Uhr.

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Kinder-Workshop im MMK

Für zukünftige Stadtimker zwischen 5 und 10 Jahren!

Beim Bienenprojekt-Workshop für Kinder schmeckt Ihr den Unterschied zwischen Stadt- und Landhonig, studiert den Bienenstand auf dem Museumsdach des MMK, werft einen Blick in einen Bienenstock und stellt eigene MMK-Bienenwachsmalstifte her.

Mit Andreas Wolf & Florian Hass von der Stadtimkerei.

Sonntag, 16.05., 10-13 Uhr
Samstag, 22.05., 10-13 Uhr
Samstag, 05.06., 10-13 Uhr
Sonntag, 20.06., 10-13 Uhr

Information und Anmeldung telefonisch: 069-212 406 91
oder per E-mail: museumspaedagogik.mmk@stadt-frankfurt.de

7 Euro für ermäßigten Eintritt und Teilnahme.

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